Unsere Referentin
Frau Carina Blasi
2020 schloss Carina Blasi ihr Masterstudium an der Universität Bonn, im Fach Humanernährung mit Ihren persönlichen Schwerpunkten Ernährungsmedizin und Darmgesundheit, ab. Schon während ihres Studiums absolvierte sie Praktika in der Ernährungsberatung und -therapie und arbeitete anschließend in diesem Bereich. Ihr Interesse für Mikronährstoffe wurde 2018 im Rahmen ihres Praktikums bei der MensSana AG geweckt und so wurde Sie schließlich 2021 dort ein Teil der Medizinisch Wissenschaftlichen Abteilung. Ihre Leidenschaft der Wissensvermittlung entdeckte Sie bereits während ihrer Schulzeit.
Frage: Senken Bockshornkleesamen auch den Blutzucker?
Antwort: Eine aktuelle systematische Literaturübersicht mit Meta-Analyse* ergab, dass Bockshornklee die allgemeinen glykämischen Kontrollparameter und das Lipidprofi verbessert. Bockshornklee reduzierte in signifikant den Nüchternblutzucker, die 2- Stunden-Plasmaglukose (während oralen Glucostoleranztests) und den HbA1c (glykolysiertes Hämoglobin, guter Langzeitparameter zur Überwachung des Blutzuckerspiegels). Der HOMA-IR (Index für die Insulinsensitivität) wurde allerdings nicht signifikant** gesenkt. Die Einnahmemengen in den Studien variierten zwischen 500 mg und 15 g Bockshornklee, bzw. Bockhornkleeextrakt, täglich.
Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37762302/ (kostenloser Volltext ist abrufbar. Zum einfachen Lesen kann man die mittlerweile sehr gute Übersetzerfunktion nutzen. Achtung, manchmal schleichen sich dennoch Logikfehler durch falsche Übersetzung ein)
**signifikant bedeutet, dass es das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig ist, bzw. statistisch sehr wahrscheinlich zutrifft.
*Systematische Literaturübersichten mit Metaanalyse fassen systematisch alle Studien einer Fragestellung zusammen. Dabei wird nach vorher festgelegten Kriterien vorgegangen, um ein neutrales Ergebnis, dass nicht von den Erwartungen oder persönlichen Anliegen des Wissenschaffenden beeinflusst wird. Metaanalyse bedeutet, dass Ergebnisse der eingezogenen Studien zusammengerechnet wurde. Dies kann eine gute Tendenz über die Studienlage angeben, ist aber auch mit Vorsicht zu genießen, da eventuell unterschiedliche Methoden in den Studien genutzt wurden. Danach ist es dann fragwürdig, ob ein zusammenrechnen gute Ergebnisse gibt.
Richtigstellung eines Versprechers aus dem WebSeminar:
Zwischen Vitamin K2 und Cumarin-Antikoagulanzien gibt es keine direkte Wechselwirkung, sondern zwischen Vitamin K1 und Cumarin-Antikoagulanzien. Aber weil nicht vollständig gesichert ist, ob und wie stark die Formen ineinander umgewandelt werden könnten, muss der Warnhinweis mit der Interaktion zwischen Cumarin-Antikoagulanzien (Macumar) auch beim Vitamin K2 stehen. Auf andere Blutgerinnungshemmer hat Vitamin K1 keinen Einfluss. Das Thema betrifft folglich nur Cumarin-Antikoagulanzien (Macumar).